Anwendung & Praxis
Real Time Strategic Change / RTSC Konferenz Methode
Real Time Strategic Change (RTSC) Konferenz Methode – Der ultimative Überblick
Real Time Strategic Change / RTSC
Der ausführliche Überblick

Real Time Strategic Change (RTSC) Konferenz-Methode – Der ultimative Überblick

Was ist Real Time Strategic Change (RTSC)?

Real Time Strategic Change (RTSC) ist ein Großgruppenverfahren, mit dem

  • Wandel initiiert,
  • Strategien entwickelt oder verfeinert
  • Entwicklung angestoßen

Mit der Real Time Strategic Change-Methode können viele Menschen, simultan und in kurzer Zeit, für Visionen, Ziele, Werte, neue Verhaltensweisen, Kooperationen, Prozesse und sogar neue Strukturen gewonnen und zur Mitgestaltung aktiviert werden. Sie ermöglicht, dass viele verschiedene Probleme, Herausforderungen und Chancen, wie z.B. Strategieentwicklung, Umsetzung oder Ausbau der Unternehmenskultur analysiert Lösungsoptionen exploriert und Handlungspläne entwickelt werden können.

In Real Time Strategic Change (RTSC) Konferenzen können wenn entweder

  • neue Strategien entwickelt
  • oder bestehende Strategien verfeinert oder auf die einzelnen Ebenen „heruntergebrochen“ werden sollen.

Der Name Real Time Strategic Change steht für

  1. Veränderung in Echtzeit („Real Time“)
  2. strategisch ausgerichteter Wandel („Strategic“)
  3. Veränderung und Bewusstseinswandel in allen Bereichen der Organisation, realisiert im Format eines Großgruppenverfahrens („Change“)

Typische Einsatzfelder von Real Time Strategic Change

Allgemein ist Real Time Strategic Change für Veränderungen geeignet, in welchen der Zielzustand am besten durch die Mitwirkung von vielen erreicht wird, die Führung vermehrt mit allen Hierarchieebenen zusammenarbeiten will oder die Führung explizit die Perspektiven vieler unterschiedlicher Menschen und externen Experten berücksichtigen möchte.

Unter anderem bei folgenden Zielstellungen hat sich das Format RTSC-Konferenz als besonders wirkungsvoll erwiesen:

  1. Mitarbeiter Anforderungen des Umfelds bewusstmachen und aufrütteln
  2. Mitarbeiter für strategische wichtige Ziele aktivieren
  3. Mitarbeiter für ein Leitbild oder Vision gewinnen
  4. Spezielle Kulturthemen bearbeiten
  5. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teilen fördern
  6. Die Kommunikation verbessern
  7. Eine Fusion rasch zum Erfolg führen
  8. Prozesse optimieren
  9. Organisationsstruktur verändern oder neue Strategie einführen und Umsetzung einleiten
  10. Ein großes Projekt revitalisieren

RTSC Prinzipien

Real Time Strategic Change arbeitet mit einigen grundlegenden Prinzipien, durch die einerseits Inhalt und Struktur einer RTSC-Konferenz entstehen, andererseits auch eine flexible Anwendung in den unterschiedlichsten Kontexten und Situationen ermöglichen wird.

  • Realität bewusstmachen und Mitarbeiter aufrütteln
  • Gemeinsame Informationsbasis, Ziele und Visionen aufbauen
  • Den Wandel simultan und ressortübergreifend in Gang setzen
  • Partizipation der ganzen Organisation ermöglichen
  • Gemeinsame Verantwortung übernehmen
  • Umsetzung durch alle Beteiligten
  • Systemweiten zentralen Richtungswechsel auslösen
  • Gemeinschaftsgefühl entwickeln oder erneuern
  • Voneinander und von Externen lernen

Methodischer Ansatz

Um ein Gemeinschaftsgefühl bzw. ein Verantwortungsbewusstsein für das Ganze zu erzeugen, arbeitet das Format Real Time Strategic Change mit dem Ansatz, „das ganze System in einen Raum“ zu bringen, also alle Mitarbeiter der Organisation zeitgleich zusammenzubringen und an wesentlichen Zukunftsfragestellungen zu arbeiten. Durch den hohen Beteiligungsgrad und die ausgeprägten Mitwirkungsmöglichkeiten wird hohe Akzeptanz der erarbeiteten Maßnahmen bewirkt. Meist lassen sich die angestrebten Veränderungen auf diese Weise schneller implementieren.

Typischer Verlauf einer RTSC-Konferenz

Typischerweise verläuft eine RTSC Konferenz in folgenden Schritten:

  1. Der richtige Start
  2. Aufrütteln
  3. Das eigene Potential bewusstmachen
  4. Hoffnung auf eine positive Zukunft schaffen
  5. Maßnahmen planen
  6. Der gelungene Schluss

Real Time Strategic Change-Konferenzen dauern in der Regel 2-3 Tage. Das Format ist skalierbar auf Teilnehmerzahlen von bis zu 2000 Personen.

Vorteile und Stärken der RTSC Methode

Real Time Strategic Change ist also ein Werkzeug, um Menschen in Unternehmen und Organisationen für Veränderungen zu gewinnen. Es ist eine Methode, um viele Menschen an der Entwicklung einer Strategie zu beteiligen und sie auf diese Weise für die Veränderung zu gewinnen. Damit wird erreicht, dass die Veränderung nicht als „von oben vorgegeben“ wahrgenommen, sondern als Teil der eigentlichen Arbeit angesehen wird.

RTSC hat gegenüber anderen gängigen Großgruppenmethoden eine Reihe von Vorteilen:

  1. Die Strategie kann bereits von einem Führungsgremium erarbeitet worden sein.
    (Auf der Konferenz wird sie dann verfeinert und konkretisiert).
  2. Der „Wandel in den Köpfen“ passiert in „Echtzeit“.
    Die Konkretisierung und Ausarbeitung passiert in mehreren Teilschritten auf der Konferenz selbst (die einzelnen Teilschritte erläutern wir im weiteren Verlauf) .
  3. Die RTSC Methode besteht aus mehreren Bausteinen, die je nach Ausgangslage und Zielstellung der Konferenz miteinander kombiniert werden können (>> hier erläutern wir die Bausteine im Detail).

Durch den hohen Beteiligungsgrad entsteht

  • eine hohe Motivation für die Umsetzung
  • tiefgreifende Einsichten, welche unterschiedlichen Aspekte bei der Entwicklung eines konsistenten Handlungsplan zu berücksichtigen sind
  • die Erkenntnis, dass alle Stakeholder bzw. Beteiligtengruppen gute Gründe haben für ihre jeweilige Sichtweise und Perspektive
  • ein Gefühl der Verbundenheit durch die Erkenntnis, dass letztlich alle das Beste erreichen wollen.

Arbeits-Setting

Je nach Anzahl der Teilnehmer werden die Mitarbeiter, in kleinen Gruppen an runden Tischen (oder in anderen Arbeitsmöglichkeiten wie z.B. Stuhlkreisen) im Raum verteilt. Schon dieser organische Aufbau der Gruppen in einem großen Raum symbolisiert die Geschlossenheit des jeweiligen Unternehmens als System und unterstreicht damit die Rolle und Wichtigkeit der Beteiligtengruppen.

Die Abstände zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen sollten so gestaltet sein, dass sich ein Gefühl von Großzügigkeit entfalten und Material gut bewegt werden kann. Bei einer Real Time Strategic Change-Konferenz werden Vorträge, sofern sie nötig sind, stets kurz gehalten, um den typischen „Referats-Tot“ und Ermüdung der Teilnehmenden zu vermeiden. Die meiste inhaltliche Arbeit findet in kleinen Arbeitsgruppen statt, abwechselnd mit Einzel- oder Duo-Arbeit. Die Ergebnisse werden dann im Plenum vorgestellt und anschließend diskutiert.

Diese interaktive Arbeitsform macht den vom Wandel betroffenen Mitarbeitern in der Regel Spaß und motiviert sie, da sie selber daran mitwirken können, wie die Details des angestrebten Veränderungsprozesses umgesetzt werden.

“Motivation

Durch den abwechslungsreichen Austausch von Information, kreativer Arbeit, Diskussion und Rückmeldung identifizieren sich die Mitarbeiter leichter mit dem bevorstehenden Wandel und der neuen Vision. Gleichzeitig fördert das selbständige Erarbeiten konkreter Maßnahmen durch die Mitarbeiter, eine zügige und nachhaltige Umsetzung der Strategie.

Unterschiede zu anderen Großgruppenmethoden

Das Verfahren folgt keinem starren Programm, jede RTSC-Konferenz ist individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt, lediglich die Grundstruktur ist konstant. Im Gegensatz zu anderen Großgruppenmethoden, wie beispielsweise der Zukunftskonferenz oder dem Open Space, ist Real Time Strategic Change also weniger eine klar definierte Methode, vielmehr bildet sie einen „methodischen Rahmen“ (Framework) für die Gestaltung von Wandel in Großgruppen und ist damit vielseitig einsetzbar.

Im Unterschied zu anderen Methoden wie World Café oder Open Space können in einer RTSC-Konferenz die hierarchischen Strukturen des Unternehmens beachtet und abgebildet werden, wenn dies für die Aufgabenstellung sinnvoll und angemessen ist.

Dazu zwei Beispiele:

Wird der Arbeitsschwerpunkt z.B. darauf gelegt, dass die Führungsetage gemeinsam mit den Mitarbeitern, an der Umsetzung einer Strategie arbeiten möchte, diese Strategie von der Führungsspitze jedoch schon vorgedacht wurde, dann stellt die Hierarchie einen wichtigen systemischen Einflussfaktor dar, der dann im Konferenzformat mit abgebildet werden kann. In einem solchen Fall würde die Gruppe derjenigen Führungskräfte, die die Strategie erarbeitet haben, diese präsentieren und im weiteren Verlauf als eigene, separate Gruppe „input und Feedback“ für den weiteren Prozess geben.

Wenn es allerdings darum geht, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln und der Schwerpunkt der Arbeit darin besteht, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und diese im Verlauf der Konferenz in einen gemeinsamen Handlungsplan zu integrieren, ist es vorteilhafter, wenn die Führungskräfte in den gemischten Gruppen mitarbeiten.

Theoretischer Hintergrund der RTSC Methode

Viele Bächlein ergeben einen Bach.
(Deutsches Sprichwort)

Im Anschluss an andere Change Management Modelle gehen Kathleen D. Dannemiller und ihre Kollegen Sylvia James und Paul D. Tolchinsky  in ihrem RTSC-Ansatz davon aus, dass Menschen offener für Veränderungen sind, wenn eine Unzufriedenheit mit dem aktuellen Zustand herrscht. Diese Unzufriedenheit fungiert als Motor für Neues und erleichtert Akzeptanz von Veränderung in Richtung eines erwünschten Zustands. Daher wird bei der RTSC-Konferenz eine Konfrontation erzeugt, die auf die Unzufriedenheit mit der Realität abzielt.

 

Die Formel für Veränderung

Die sogenannte „Energieformel“ von Robert Gleicher und Richard Bekhard zeigt den Zusammenhang zwischen Unzufriedenheit mit einem bestehenden Zustand, der Klarheit einer Zukunftsvision, Erste Schritte der Umsetzung und den Kosten der Veränderung:

Die Energieformel

U   x   V   x   E   >   W

U = Unzufriedenheit mit der Realität

V= Kraft einer positiven Vision

E = Erste Schritte in Richtung der Veränderung

W = Widerstand

Die „Energieformel“ sieht auf den ersten Blick vielleicht komplex aus – ihre Hauptaussage ist aber leicht nachvollziehbar:

  • Die Energie zur Veränderung entsteht nur dann, wenn erstens die Summe der Faktoren U,V und E insgesamt größer als der Widerstand W und zweitens jeder der drei Faktoren U,V größer als Null ist.

Für das Format „Real Time Strategic Change“ bedeutet dies:

  • Je klarer die Einsicht, dass sich etwas verändern muss, je konkreter die Vision für einen gemeinsam erwünschten Zustand, je klarer und erfolgreicher die „Ersten Schritte“ einer erfolgreichen Umsetzung vollzogen werden, desto größer wird die Veränderungsenergie in Organisationen.

>> Weitere Implikationen und Aussagen der „Energieformel“ haben wir in einem gesonderten Artikel ausführlich beschreiben. <<

Anwendungsbeispiel der „Energieformel“

Im ersten Schritt wird die Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Zustand in den Blick genommen. Dabei wird oft deutlich, dass die Anforderungen des Umfeldes und anderer Beteiligtengruppen im aktuellen Zustand nicht erfüllt werden. Ziel ist es, die Beteiligten aufzurütteln und ihnen klar zu machen, dass sich die Umwelt verändert hat, eine Diskrepanz zwischen Realität und Zielen besteht und eine Veränderung nötig ist.

Nach der Phase des „Aufrüttelns“ beschäftigen sich die Mitarbeiter analog zur Energieformel mit dem gemeinsam erwünschten Zielzustand. So kann Enthusiasmus, Hoffnung und Freude auf die Zukunft erzeugt werden. Zusätzlich ist es notwendig, dass von allen anerkannt wird,

  • dass alle die ersten Schritte in Richtung einer Veränderung gehen müssen, um erfolgreich zu sein
  • und dass die Führungsspitze diese Schritte unterstützt.

So entsteht Glaubwürdigkeit und Vertrauen in den gemeinsamen eingeschlagenen Weg und die gemeinsam entwickelten Ziele.

Real Time Strategic Change (RTSC) Konferenz Methode – Der ultimative Überblick

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