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"Es gibt immer etwas zu lernen" - Ein Gespräch mit Theo Schoenaker.
Ein Gespräch mit Theo Schoenaker, dem Altmeister der Ermutigung. Warum Mut über ein gelingendes Leben entscheidet — und wie wir andere und uns selbst ermutigen.
Das Wichtigste aus dem Gespräch
- Mut ist keine Charakterfrage, sondern die Schlüsselfrage des Daseins — die Vorbedingung dafür, überhaupt zu lernen und zu handeln.
- Der gesunde Mensch lebt in einem Kreislauf: handeln, Fehler machen, nachdenken, planen, sich beraten, wieder handeln.
- Angst entsteht dort, wo alles auf gut und schlecht, auf Konkurrenz und Gewinnen getrimmt ist.
- Mut heißt: Fehler machen dürfen, unvollkommen sein dürfen — ohne den eigenen Wert zu verlieren.
- Wer sich zugehörig fühlt, handelt mutig. Zugehörigkeit kommt vor Mut.
- Ermutigung setzt Gleichwertigkeit voraus. In starren Top-down-Strukturen hat sie keinen Platz.
- Selbstermutigung ist die Grundlage. Nur wer bei sich im Reinen ist, ermutigt andere.
Ich bin ich, und so wie ich bin, bin ich gut genug.
Theo SchoenakerEin Gespräch mit Theo Schoenaker
Ein Gespräch mit Theo Schoenaker, dem Altmeister der Ermutigung, über die Bedeutung des Muts in unserem Leben. In der Individualpsychologie hat das Thema Mut schon immer eine Rolle gespielt. Ihr Begründer Alfred Adler hat seine Bedeutung als Schlüssel für ein gelingendes Leben betont und Entmutigung als die Ursache der meisten psychischen und sozialen Störungen erkannt. Sein Meisterschüler Rudolf Dreikurs hat Ermutigung als zentrale Aufgabe der Erziehung und Therapie betont, aber auch ihre Schlüsselrolle für gelingende berufliche und private Beziehungen.
Theo Schoenaker, selbst ein Dreikurs-Schüler, ging noch einen Schritt weiter und machte Ermutigung zum zentralen Thema seiner Arbeit und seines Lebens. In seinem Rudolf-Dreikurs-Institut bildete er unzählige Encouraging-Trainer aus, und noch heute, im hohen Alter von 88 Jahren, bietet er gemeinsam mit seiner Frau Julitta Inspirationstage an und publiziert einen regelmäßigen Encouraging-Newsletter.
In diesem Gespräch, aufgezeichnet im Juli 2020, habe ich ihn gefragt, wie er zu dem Thema Ermutigung gekommen ist, was er genau unter Mut und Ermutigung versteht, wie wir andere, aber auch uns selbst ermutigen können und mit welchen Erwartungen er in die Zukunft der Welt und der Menschheit blickt.
“Es gibt immer etwas zu lernen” - Ein Gespräch mit Theo Schoenaker
Was Sie im Video lernen.
- Warum Mut zählt — Mut ist die Schlüsselfrage des Daseins, kein nettes Nebenthema für Sonntagsreden.
- Der Kreislauf des mutigen Menschen — handeln, Fehler machen, nachdenken, planen, sich beraten, wieder handeln.
- Woher die Angst kommt — eine Erziehung auf gut und schlecht, auf Konkurrenz und Gewinnen erzeugt die Angst zu verlieren.
- Was Mut wirklich meint — der Mut zur Unvollkommenheit, ohne dabei den eigenen Wert aufzugeben.
- Zugehörigkeit vor Mut — wer sich als Teil der Gemeinschaft fühlt, handelt ohne Angst vor dem Urteil der anderen.
- Ermutigung und Gleichwertigkeit — echtes Ermutigen macht den anderen größer, das sprengt jede Top-down-Logik.
- Ermutigung nach oben — auch Chefs brauchen Ermutigung; geht es denen gut, führen sie besser.
- Selbstermutigung — die Grundlage dafür, überhaupt ermutigend nach außen zu wirken.
Ermutigung beginnt bei Ihnen selbst
Wer mit sich selbst nicht im Reinen ist, kritisiert und nörgelt leichter. Wer sich gut fühlt, kann für andere gut sein. Heißt: Selbstermutigung ist kein Egotrip, sondern die Vorbedingung dafür, andere überhaupt ermutigen zu können.
Ein Transkript des Gesprächs können Sie hier herunterladen.
Whitepaper-Download
Das vollständige Gespräch als PDF.
Das gesamte Gespräch mit Theo Schoenaker im Wortlaut — jeder Gedanke zum Nachlesen und Vertiefen.
Was Sie erwartet:
- Wie Schoenaker über die Stottertherapie zur Ermutigung kam
- Warum der gesunde Mensch ein mutiger Mensch ist
- Ermutigung, Gleichwertigkeit und der Weg aus der Angstkultur
Häufige Fragen.
Wer ist Theo Schoenaker?
Ein Schüler von Rudolf Dreikurs und Begründer der individualpsychologischen Sozialtherapie. Über sein Rudolf-Dreikurs-Institut bildete er unzählige Encouraging-Trainer aus. Zum Zeitpunkt des Gesprächs im Juli 2020 war er 88 Jahre alt und weiter aktiv.
Was bedeutet Ermutigung nach Schoenaker?
Einem Menschen das Gefühl zu geben, dass er dazugehört und etwas Nützliches beitragen kann. Sie beruht auf Gleichwertigkeit — mit dem Ziel, dass es dem anderen besser geht.
Was ist Selbstermutigung?
Die Grundlage dafür, andere überhaupt ermutigen zu können. Wer sich selbst annimmt und mit der eigenen Unvollkommenheit im Reinen ist, kann diese Haltung nach außen ausstrahlen.
Was hat Mut mit Führung zu tun?
Ermutigen ist die zentrale Führungsaufgabe. Das schließt die Ermutigung nach oben ein: Geht es Führungskräften gut und fühlen sie sich nicht gefährdet, entwickeln sie einen besseren Führungsstil.
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