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Video: Mutiger Umgang mit widersprüchlichen Zielen.
Klare, widerspruchsfreie Ziele sind eine Illusion. Souverän wird, wer die Widersprüche erkennt, Prioritäten setzt und den Mut zur Entscheidung aufbringt.
Das Wichtigste aus dem Vortrag
- Klare, eindeutige, widerspruchsfreie Ziele sind eine Illusion. Im echten Leben stehen fast alle Ziele in Konkurrenz zueinander — sie kosten dieselbe Zeit und dieselben Ressourcen.
- Der Unterschied entscheidet: Ein Problem ist prinzipiell lösbar, ein Dilemma nicht. Bei Dilemmata gibt es keine richtige Lösung, nur mehr oder weniger gute Kompromisse.
- Vier Todsünden führen ins Unglück: das Dilemma verleugnen, alle Ziele perfekt erfüllen wollen, ein Ziel über alle anderen stellen, es allen recht machen wollen.
- Souverän wird, wer die Widersprüche erkennt, die eigenen Prioritäten klärt und den Mut zur Entscheidung aufbringt. „Optimal“ heißt dabei nicht perfekt, sondern bestmöglich unter den gegebenen Umständen.
Die wirkliche Herausforderung in der Arbeit wie im Leben liegt im Ausbalancieren widersprüchlicher Ziele.
Ausgebildet wurden wir für das Lösen von Problemen – im Beruf wie im Leben haben wir es aber überwiegend mit konkurrierenden und teilweise widersprüchlichen Zielen zu tun. Die verbreitete Sehnsucht nach eindeutigen, klaren und widerspruchsfreien Zielen ist daher illusorisch. Das ist sogar eine gute Nachricht, denn unsere Gestaltungsfreiräume liegen genau darin, dass es nicht die eine richtige Lösung gibt, sondern einen Korridor von akzeptablen oder sogar optimalen Lösungen. Wobei “optimal” nicht “perfekt” bedeutet, sondern definiert ist als bestmöglich unter den gegebenen Umständen.
Um souverän mit widersprüchlichen Zielen umgehen zu können, ist es zunächst einmal wichtig, deren Widersprüchlichkeit samt ihrer Zeit- und Ressourcenkonkurrenz zu erkennen, statt den aussichtslosen Versuch zu machen, alle Anforderungen und Erwartungen perfekt zu erfüllen. Dann gilt es, die eigenen (Arbeits- und Lebens-)Prioritäten zu definieren und die Balance entsprechend dieser Priorisierung zu wählen. Das erfordert den Mut zur Entscheidung und zum entsprechenden Handeln: Welchem Ziel räume ich welchen Stellenwert ein?
Eine gute Nachricht liegt auch in der Erkenntnis, dass es unmöglich ist, allen Anforderungen und Erwartungen gerecht zu werden: Wenn dies unmöglich ist, brauchen wir es auch gar nicht zu versuchen und so nutzlos einem ohnehin unerfüllbaren Ideal hinterherzulaufen. Stattdessen können und sollten wir dann tun, was wir selbst nach bestem Wissen und Gewissen für richtig halten.
Was Sie im Video lernen.
- Der Stoßseufzer nach klaren Zielen — warum die verbreitete Sehnsucht nach eindeutigen, widerspruchsfreien Zielen illusorisch ist.
- Problem oder Dilemma — ein Problem ist prinzipiell lösbar, ein Dilemma nur ausbalancierbar (in Anlehnung an Neuberger 1983).
- Führung als Dauer-Dilemma — Vertrauen vs. Kontrolle, Herausforderung vs. Fürsorge, Effizienz vs. Resilienz: Führung heißt, den optimalen Ausgleich zwischen unaufhebbar widersprüchlichen Zielen zu finden.
- Nicht auf die Vereinfacher hereinfallen — weshalb radikale, moralisierende Posen leichter zu vertreten sind als das mühsame „Sowohl-als-auch“.
- Akzeptable und inakzeptable Lösungen — schlecht ist jede Lösung, bei der wesentliche Ziele zu kurz kommen; gut sind Lösungen, die alle wichtigen Ziele bestmöglich abdecken.
- Die vier Todsünden — das Dilemma verleugnen, alles perfekt machen wollen, ein Ziel verabsolutieren, es allen recht machen wollen.
- Die 50-Prozent-Fiktion — warum sich der reguläre Job nicht per Ansage halbieren lässt und das Projekt sonst zur „Restgröße“ wird.
- Systematische Selbst-Entmutigung — wie unlösbare Ansprüche an sich selbst in Frustration, Erschöpfung und Burnout führen.
Klären Sie Ihre Prioritäten — und entscheiden Sie
Es allen recht machen zu wollen, heißt sicher zu scheitern — und dabei selbst zu kurz zu kommen. Wenn Sie es ohnehin nicht allen recht machen können, können Sie auch gleich tun, was Sie für richtig halten. Heißt: die eigenen Prioritäten definieren, den gangbaren Korridor suchen und den Mut zur Entscheidung aufbringen — notfalls auch auf eigene Faust.
Die Folien zu diesem Vortrag können Sie hier herunterladen.
Whitepaper-Download
Mutiger Umgang mit widersprüchlichen Zielen.
Der komplette Vortrag als Foliensatz — vom Unterschied zwischen Problem und Dilemma bis zu den vier Todsünden im Umgang mit Zielkonflikten.
Was Sie erwartet:
- Warum die Hoffnung auf widerspruchsfreie Ziele unrealistisch ist — und weshalb das eine gute Nachricht ist
- Problem vs. Dilemma: der entscheidende Unterschied (in Anlehnung an Neuberger 1983)
- Die vier Todsünden im Umgang mit Dilemmata — und die jeweiligen Lösungsvorschläge
- Führung als Finden des optimalen Ausgleichs zwischen unaufhebbar widersprüchlichen Zielen
Häufige Fragen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Problem und einem Dilemma?
Ein Problem ist prinzipiell lösbar: Es gibt ein eindeutiges Ziel und eine richtige Lösung, die es zu finden gilt. Ein Dilemma dagegen ist prinzipiell nicht lösbar — es besteht aus konkurrierenden Zielen, zwischen denen es nur Kompromisse gibt. Statt der einen richtigen Lösung gilt es, die optimale Balance zu finden, die niemals allen Zielen vollständig gerecht wird (in Anlehnung an Neuberger 1983).
Welche vier Todsünden gibt es im Umgang mit widersprüchlichen Zielen?
Erstens das Dilemma verleugnen und den Zielkonflikt für nicht existent erklären. Zweitens alle Ziele perfekt erfüllen wollen. Drittens ein Ziel über alle anderen stellen — zu Lasten aller übrigen. Viertens es allen recht machen wollen und dabei selbst zu kurz kommen. Alle vier führen in Frustration, Erschöpfung und im Extremfall in den Burnout.
Heißt „optimal“ dasselbe wie „perfekt“?
Nein. Weil es bei Dilemmata die eine perfekte Lösung nicht gibt, meint „optimal“ nur bestmöglich unter den gegebenen Umständen. Schlecht ist jede Lösung, bei der wesentliche Ziele zu kurz kommen; akzeptabel sind Lösungen, die alle wichtigen Ziele halbwegs abdecken; gut sind jene, die sie bestmöglich ausbalancieren. Selbst bewusstes „Durchwursteln“ ist dann eine respektable Managementleistung.
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