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Video: Ermutigende Führung in der Praxis.

Ermutigung scheitert selten am guten Willen, sondern an belasteten Beziehungen. Heißt: erst die Altlasten klären, dann Mut machen. Das Video zeigt, wie.

Winfried Berner ·3 Min. Lesezeit

Das Wichtigste aus dem Vortrag

  • Ermutigen heißt zuerst: Entmutigung unterlassen. Loben kommt später.
  • Ohne tragfähige Beziehung verpufft jede Ermutigung — nur die Perspektive des Adressaten zählt.
  • Bei schwierigen Mitarbeitern beginnt Ermutigung bei Ihnen selbst: mit Akzeptanz und Selbstermutigung.

Man kann niemanden beeinflussen, wenn nicht zuvor eine freundliche Beziehung hergestellt worden ist.

Rudolf Dreikurs

Solange die persönliche Beziehung gut ist, ist Ermutigung kein Hexenwerk. Schwierig wird Ermutigung, wenn die Beziehung belastet ist. Was sie halt manchmal ist, weil Beziehungen fast immer eine Vorgeschichte haben und sich die Dinge manchmal in eine blöde Richtung entwickelt haben – sei es in der Partnerschaft, mit Kindern oder Eltern oder eben auch mit Mitarbeitern und/oder Kolleginnen.

Ohne Altlastenbereinigung keine Ermutigung. Ein zentraler Gedanke dazu kommt von dem bedeutenden Individualpsychologen Rudolf Dreikurs: “Man kann niemanden beeinflussen, wenn nicht zuvor eine freundliche Beziehung hergestellt worden ist.” Wie, zeigt Ihnen dieses Video.

Was Sie im Video lernen.

  • Warum Führung ein Spezialfall der Ermutigung ist — Beruflicher Kontext, enge Dauerbeziehung, Ergebnisdruck, eigene Betroffenheit und zwischenmenschliche „Altlasten” machen Ermutigung im Job besonders anspruchsvoll.
  • Ermutigung beginnt mit dem Unterlassen von Entmutigung — Meckern, Nörgeln, unerfüllbare Maßstäbe, fehlende Anerkennung: der Wechsel von der Defizit- zur Potenzialorientierung. „Catch people doing something right.”
  • Warum nur die Perspektive des Adressaten zählt — Ermutigung ist nur, was beim Gegenüber tatsächlich als Ermutigung ankommt.
  • Ermutigung bei gegebener Akzeptanz — Bestärken, fordern, machen lassen, keine Rückdelegation zulassen: wie Sie einer fähigen Mitarbeiterin Schritt für Schritt mehr zutrauen.
  • Ermutigung bei fehlender Akzeptanz — Der schwierige, langjährige Fall: belastete Vorgeschichte, wechselseitige Entmutigung — und warum es hier auf einmal so viel schwerer wird.
  • Am Anfang steht die Beziehung — Ohne Altlastenbereinigung keine Ermutigung. Die Rolle von Akzeptanz und Selbstakzeptanz.
  • Die Sofortmaßnahme: drei Wochen ohne Entmutigung — Ein konkretes Selbstexperiment für festgefahrene Fälle.
  • Indirekte Ermutigung als Basis der direkten — Freundlicher Blick, Zuhören, das Gute wahrnehmen: warum direkte Ermutigung ohne die indirekte ins Leere läuft.

Die Sofortmaßnahme für schwierige Fälle

Drei Wochen. Kein einziges entmutigendes Wort. Heißt: Liegt Ihnen eine kritische Bemerkung auf der Zunge, lassen Sie sie dort liegen. Parallel üben Sie, Stärken und Fortschritte überhaupt erst wahrzunehmen — nur wahrnehmen, nicht thematisieren. Dann noch einmal drei Wochen. Zuweilen geschehen dann kleine Wunder.

Die Folien zu diesem Vortrag können Sie hier herunterladen.

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Ermutigende Führung in der Praxis.

Alle Kernaussagen des Vortrags als Foliensatz — zum Nachlesen und Weitergeben.

Was Sie erwartet:

  1. Die drei Besonderheiten der Führung als Spezialfall der Ermutigung
  2. Typische Entmutigungen und der Weg zur Potenzialorientierung
  3. Das Akzeptanz-Modell: den anderen und sich selbst akzeptieren
  4. Direkte und indirekte Ermutigung im Überblick
Folien herunterladen (PDF)

Häufige Fragen.

Womit beginnt ermutigende Führung?

Nicht mit Lob, sondern mit dem Unterlassen von Entmutigung — dem Wechsel von der Defizit- zur Potenzialorientierung.

Warum ist Ermutigung bei schwierigen Mitarbeitern so viel schwerer?

Weil eine belastete Vorgeschichte im Weg steht: Enttäuschung, alte Kränkungen, fehlende Akzeptanz — meist wechselseitig. Ohne tragfähige Beziehung greift keine Ermutigung.

Was ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Ermutigung?

Direkte Ermutigung benennt Stärken, fordert und gibt Feedback. Indirekte Ermutigung schafft das Klima davor: freundlicher Blick, Zuhören, das Gute wahrnehmen. Direkte Ermutigung ohne die indirekte läuft ins Leere.

Was können Führungskräfte bei einem festgefahrenen Fall konkret tun?

Drei Wochen konsequent auf jede Entmutigung verzichten und parallel üben, Positives überhaupt wahrzunehmen. Danach noch einmal drei Wochen.

Welche Rolle spielt Selbstakzeptanz?

Eine zentrale. Wer den anderen wieder akzeptieren will, muss auch sich selbst akzeptieren — mit den eigenen Schwächen. Selbstermutigung geht der Ermutigung voraus.

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